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Telematikinfrastruktur: Interview mit Jan Helmig

Bastian Rappl

Die Gesundheitsbranche befindet sich im digitalen Wandel. Das bedeutet für die Beteiligten im Gesundheitssystem große Herausforderungen, bietet aber vor allem auch immense Chancen. Neue Technologien wie die Telematikinfrastruktur bieten die Möglichkeit, sich effektiver miteinander zu vernetzen. So können die Akteure im Gesundheitswesen behandlungsrelevante Daten schneller und einfacher miteinander austauschen.

Jan Helmig, Digitalisierungsexperte bei der opta data Gruppe, beantwortet im Interview die wichtigsten Fragen zur Telematikinfrastruktur. Er erklärt, wie opta data schon die Telematikinfrastruktur schon jetzt aktiv mitgestaltet.

opta data: Guten Tag, Herr Helmig.

Jan Helmig: Guten Tag.

Können Sie uns in einem Satz sagen, was eigentlich die Telematikinfrastruktur ist?

Die Telematik­infrastruktur ist ein sicheres Netz, das vom Internet getrennt und ausschließlich für den Daten­austausch zwischen Akteuren des Gesundheitswesens bestimmt ist.

Und wofür wird die Telematikinfrastruktur verwendet?

Die Telematik wurde geschaffen, damit Akteure im Gesundheitssystem ihre medizinischen Informationen sicher, schnell und einfach untereinander austauschen können.

Viele fragen sich, was die Herausforderungen und Chancen der Telematikinfrastruktur sind. Können Sie uns dazu etwas sagen?

Das ist eine gute Frage. Ich kann natürlich verstehen, dass es viele Fragezeichen bei den Akteuren gibt. Die Telematik soll vor allem Bürokratie abbauen und mehr Transparenz schaffen. Das soll für mehr Akzeptanz bei allen Beteiligten sorgen.

Welche Telematik-Funktionen sind für Praxisinhaber besonders interessant?

Die Telematik wird stufenweise erweitert. Und zwar so, dass sich mit jeder neuen Stufe ein weiterer Nutzen für die Akteure ergibt. In der jetzigen Stufe sind die sichere Kommunikation in der Telematik (KiM) und der eMedikationsplan interessant. Weitere Stufen sind dann die Einführung eines eRezeptes und einer elektronischen Patientenakte.

Lassen Sie uns einmal über opta data und das Engagement für die Telematikinfrastruktur sprechen. Seit wann befasst sich opta data aktiv mit der Thematik?

opta data beobachtet kontinuierlich die gesetzlichen Entwicklungen und Trends im Gesundheitswesen. Seit mehr als 3 Jahren beschäftigen wir uns ganz intensiv mit der Telematik.

Was hat opta data (und deren Partner) bisher in Richtung Telematikinfrastruktur getan?

Da sind einige Schritte zu nennen. Einmal die Umstellung von 50.000 Ärzten und Psychotherapeuten auf die technischen Anforderungen der Telematik. Hier wurden die Leistungserbringer ganz konkret an die sichere Datenautobahn angeschlossen. Dann haben wir die diesjährige Ausschreibung der Telekom gewonnen, sodass weitere 20.000 Ärzte und Psychotherapeuten umgestellt werden. Damit sind unsere Partner und wir inzwischen Marktführer in Bezug auf die Anschlusstechnologie an die Telematik. Außerdem haben wir erste Krankenhäuser ausgestattet, und die Vorbereitungen für den Rollout der Apotheker laufen auf Hochtouren.

Welche Bedeutung hat die Telematik für das Kerngeschäft der opta data, die Abrechnung?

Zuerst sind das unterschiedliche Stränge, die dann später zusammengeführt werden. In unseren Softwarelösungen werden wir die Anbindung an die Telematik berücksichtigen und Lösungen denken, die auch eine vereinfachte Abrechnung in der Telematik möglich machen.

Welche Schritte geht opta data für den Telematik-Anschluss der weiteren Leistungserbringer?

Das Digitale-Versorgung-Gesetz sieht ja z. B. bei Physiotherapeuten und Hebammen den freiwilligen Anschluss vor. Hier haben wir uns frühzeitig mit den Anforderungen der einzelnen Berufsgruppen beschäftigt und werden dazu spezielle Lösungen präsentieren. Auch Hindernisse, wie z. B. die fehlende Ausgabestelle für Heilberufeausweise, haben wir in unseren Überlegungen berücksichtigt und sind in der ständigen Abstimmung mit den einzelnen Verbänden.

Wenn sich nun ein Praxisinhaber für den Telematik-Anschluss entscheidet: Welche Finanzierungsmöglichkeiten hat er?

Nach heutigem Stand werden Leistungserbringern die Kosten für die Hardware-Ausstattung zum Anschluss an die Telematik erstattet. Für die Beschaffung des Anschlusses besteht für Praxisinhaber die Möglichkeit der einfachen Ratenzahlung ohne zusätzliche Kosten.

Wo können sich opta data Kunden (und solche, die es noch werden wollen) über die Telematik informieren?

Da gibt es mehrere Optionen. Kunden und Interessenten finden zahlreiche Informationen auf dem Blog der opta data oder auf den Social-Media-Kanälen der opta data. Natürlich können sich Kunden und Interessanten auch jederzeit direkt von den Kollegen der opta data beraten lassen.

Vielen Dank für das Interview, Herr Helmig.

Gern, ich habe zu danken.

[Weitere Informationen erhalten Sie in unserem Ratgeber „Alles zur Telematik-Infrastruktur“.]

Bastian Rappl

Nach seinem Master-Studium der Linguistik an der Universität von Amsterdam war Bastian Rappl bereits in unterschiedlichen Unternehmen als Social-Media-Manager für Online-PR, Content-Marketing und Social Media zuständig. Bei der opta data Abrechnungs GmbH ist er nun verantwortlich für das Social Media und Blog Marketing sowie die Pressearbeit mit Fachzeitschriften und - verlagen.