Die elektronische Patientenakte ist da

Markus Dikty

Seit Beginn des Jahres haben gesetzlich Versicherte ein Anrecht auf die Nutzung der elektronische Patientenakte (ePA). Diese Fachanwendung bildet das Fundament der persönlichen Nutzung der Telematikinfrastruktur (TI) und kann bereits heute über Apps der gesetzlichen Krankenkassen genutzt werden. Die Umsetzung dieser digitalen Arzt-Patienten-Beziehung durch die TI-Anwendung ePA befindet sich aktuell noch in der Einführungs- und Testphase und wird im 2. Quartal 2021 flächendeckend ausgerollt.

Die elektronische Patientenakte ist ein wichtiger Schritt in der Digitalisierung und bietet interessante Möglichkeiten für Patienten, die diese Anwendung nutzen möchten. Mit Hilfe der Fachanwendung werden persönliche Gesundheitsdaten in der Telematikinfrastruktur gespeichert und vom Patienten für ausgewählte Fachleute freigegeben. Über die ePA können erstmalig behandlungsrelevante Dokumente wie Arztbriefe, Befunde und Diagnosen inklusive Behandlungs- und Therapieberichten sektorübergreifend verfügbar gemacht werden. Über diese Gesundheitsdaten verfügt der Patient allein, das Abrufen und Freigeben dieser persönlichen Daten ist nur mit der durch einen PIN geschützten Versichertenkarte möglich.

Natürlich ist die zentrale Speicherung dieser hochsensiblen Daten nur durch den Betrieb der Telematikinfrastruktur möglich. Die Telematikinfrastruktur wird seit Jahren weiterentwickelt, um den Zugang zu unseren persönlichsten Daten bestmöglich zu schützen.

Leider steht die Speicherung der persönlichen Gesundheitsdaten oft in der Kritik und wird als „Gefahr“ oder „Überwachung“ betitelt. Da die Datenhoheit zu jeder Zeit beim Patienten selbst liegt, sollte man hier den Vergleich zu Bewegungsdaten und Gesundheitstracking im persönlichen Smartphone ziehen und prüfen, wo genau sich hier die Hoheit über die erhobenen Daten befindet.

Wir sehen mit dem Start der ePA einen zukunftsweisenden Schritt in die richtige Richtung und freuen uns bereits jetzt auf die Updates welche ab 2022 zur Verfügung stehen werden. Hier hält neben dem eRezept, dem Zahnbonusheft und dem elektronischen Mutterpass auch der Impfpass Einzug in die Telematikinfrastruktur und damit in unsere persönliche Patientenakte. Mit Blick auf die weltweit anhaltende COVID-19 Pandemie und mögliche Impf-Vorteile im Bezug auf Reisen und Veranstaltungen sicherlich ein sehr wertvolles Update.

Markus Dikty

Markus Dikty unterstützt als Fachexperte für Digitalisierung bei der opta data Gruppe die Unternehmensgruppe in allen Fragestellungen rund um die Digitalisierung und begleitet somit als Ansprechpartner und Experte den Weg in die Telematikinfrastruktur. Markus Dikty arbeitete bereits bei mehreren gesetzlichen Krankenversicherungen. Er war frühzeitig mit der Aufnahme und Optimierung von Ablaufprozessen beauftragt und führte neue Lösungen ein. Er war bereits in leitender Funktion bei einem Softwarehersteller für gesetzliche Krankversicherungen tätig.